Frau mit natürlichem Ergebnis nach Brustvergrößerung

Brustvergrösserung

Dr. med. Heckel beantwortet 22 Fragen zur Brustvergrößerung - von der richtigen Implantatgröße über Schmerzen und Risiken bis zur Nachsorge. Konkrete Antworten aus über 200 Eingriffen pro Jahr in Bayreuth.

  1. 1. Eignung & Voraussetzungen
  2. 2. Implantate & Grössenwahl
  3. 3. Der Eingriff
  4. 4. Risiken & Komplikationen
  5. 5. Nachsorge & Erholung
  6. 6. Spezielle Themen
  7. 7. Unsere Praxis

Eignung & Voraussetzungen

Für wen ist eine Brustvergrößerung sinnvoll, und welche Voraussetzungen sollte ich erfüllen?

Dr. med. Heckel: Grundsätzlich für jede Frau, bei der Wunsch und Anatomie zusammenpassen und die gesundheitlich fit für den Eingriff ist.

Wir versuchen immer, die Wünsche unserer Patientinnen zu verstehen und zu erfüllen. Der Größenwunsch und die Machbarkeit müssen aber mit der individuellen Anatomie zusammenpassen, und das schauen wir uns gemeinsam genau an.

Dabei sind vor allem die Hautqualität und die Gewebedicke wichtig. Bei einer Gewebedicke unter 0,5 cm wird es schlicht gefährlich. Man kann dann zwar mit Netzen arbeiten, aber die Komplikationsrate steigt deutlich an. In so einem Fall sprechen wir offen darüber.

Vor der OP klären wir außerdem Allergien und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ab, und vor allem Blutgerinnungsstörungen müssen ausgeschlossen werden. Ein Beispiel: Beim Von-Willebrand-Jürgens-Syndrom braucht man eine sehr teure Begleitmedikation, um den Eingriff überhaupt sicher durchführen zu können. Das alles besprechen wir aber in Ruhe gemeinsam im Beratungsgespräch.

Ab welchem Alter ist eine Brustvergrößerung möglich?

Dr. med. Heckel: Ab 18 Jahren, in Ausnahmefällen mit medizinischer Begründung gegebenenfalls früher. Nach oben gibt es keine Grenze.

Bei einer deutlichen Deformität der Brust mit unterschiedlichen Größen und medizinischer Indikation kann der Eingriff auch unter 18 stattfinden. Die Voraussetzung ist hier die Unterschrift beider Elternteile, und die Pubertät muss abgeschlossen sein.

Solange keine Begleiterkrankungen dagegensprechen, ist eine Brustvergrößerung in jedem Alter möglich.

Wie verhält es sich mit Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillen?

Dr. med. Heckel: Wenn der Kinderwunsch konkret in den nächsten 1 bis 1,5 Jahren besteht, würde ich abwarten. Stillen ist mit Implantaten aber grundsätzlich möglich.

Mein Rat ist klar: Wenn der Kinderwunsch innerhalb der nächsten 1 bis 1,5 Jahre besteht, sollte von der Brustvergrößerung Abstand genommen werden. Ist der Kinderwunsch eher eine vage Vorstellung von der Familienplanung, spricht nichts gegen einen operativen Eingriff.

Man muss beachten: Wer gestillt hat, muss mindestens 6 Monate abgestillt haben, damit der Körper zur Ruhe gekommen ist und wir sicher operieren können.

Das Stillen selbst geht auch mit Implantaten. Egal ob das Implantat unter der Brustdrüse oder unter dem Muskel liegt, das spielt keine Rolle. Aber ich sage meinen Patientinnen auch ganz offen: Dass eine Stillfähigkeit gegeben ist, lässt sich weder mit noch ohne Implantat garantieren. Das kann sogar von Schwangerschaft zu Schwangerschaft unterschiedlich sein. Beispielsweise ist bei der ersten Schwangerschaft kein Stillen möglich, bei der zweiten Schwangerschaft klappt aber alles wunderbar.

Es liegt also nicht am Implantat, sondern an der hormonellen Situation und den anatomischen Gegebenheiten. Hier können Sie beruhigt sein.

Wann raten Sie von einer Brustvergrößerung ab?

Dr. med. Heckel: Wenn eine Körperschemastörung vorliegt, die Erwartungen unrealistisch sind oder psychische Vorerkrankungen bestehen.

Mir ist es wichtig, dass jede Patientin am Ende zufrieden ist. Deshalb rate ich in bestimmten Fällen offen davon ab. Eine Körperschemastörung bedeutet, dass die Betroffene ihr Aussehen oder einzelne Körperteile als stark verzerrt empfindet. Hier kann auch die beste OP nichts ausrichten. Bei psychischen Auffälligkeiten oder Vorerkrankungen, und das fängt schon bei Neurosen oder Psychosen an, rate ich von dem Eingriff ab, da das Behandlungsergebnis die Erwartungen absehbar nicht erfüllen kann.

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Implantate & Grössenwahl

Wie finde ich die richtige Implantatgröße?

Dr. med. Heckel: Das finden wir gemeinsam heraus, mit einer genauen Messung und einer Anprobe mit Probeimplantaten, bei der Sie selbst entscheiden.

Die passende Größe hängt von mehreren Faktoren ab: Körpergröße, Unterbrustumfang, Brustbreite, Gewebedicke und der gesamten Konstitution. Am wichtigsten sind der Unterbrustumfang und die gemessene Brustbreite.

Was ich immer wieder klarstellen muss: Die reine Milliliter- oder Grammzahl sagt allein gar nichts aus. Wenn eine Freundin mit 300 ml Körbchengröße D hat, heißt das nicht, dass 300 ml bei Ihnen dasselbe Ergebnis erzielen. Die Körbchengröße lässt sich schätzen, aber nie garantieren.

Dazu kommt, dass in der heutigen Zeit viele Internetbilder irreführend sind. Die abgebildete Größe und die darunter stehende Milliliterzahl sind oft überhaupt nicht kongruent. Zudem sind BH-Größen auch nicht genormt, eine 75C fällt je nach Hersteller ganz unterschiedlich aus.

Wir messen alle Parameter, und anschließend gibt es eine Anprobe mit Probeimplantaten, sogenannten Sizern. So können Sie selbst sehen und bestimmen, wie es für Sie am besten passen würde.

Welche Implantatformen gibt es, und wann empfehlen Sie welche?

Dr. med. Heckel: Es gibt runde, anatomische und ergonomische Implantate mit unterschiedlichen Füllsubstanzen. Welche Form am besten passt, hängt von Ihren Wünschen und Ihrer Anatomie ab.

Die Füllsubstanzen unterscheiden sich in Kompaktheit und Festigkeit. Im Wesentlichen gibt es drei Implantatformen:

Runde Implantate haben mehr Volumen im oberen Pol. Das gibt ein schöneres Dekolleté, kann aber etwas weniger natürlich wirken. Das Gel ist fester, das Implantat behält seine Form. Wer einen vollen, sichtbaren Look will, ist hier mit hoher Projektion gut aufgehoben.

Anatomische Implantate sehen von der Seite aus wie ein Wassertropfen: oben flach, unten bauchig. Die müssen sehr präzise eingesetzt werden, fast schon ein bisschen gequetscht, damit sie sicher sitzen. Sie dürfen sich nicht verdrehen, denn wenn das passiert, ist es von außen praktisch nicht korrigierbar und es braucht eine neue OP. Aber wenn alles perfekt sitzt, liefern sie in meinen Augen das ästhetisch ansprechendste Ergebnis.

Ergonomische Implantate (z. B. Ergonomix von Motiva) sind eine Mischung aus beiden. Sie werden im Stehen angedeutet tropfenförmig, und der große Vorteil: Es ist egal, wie sich das Implantat dreht. Das Gel fließt immer nach unten.

Wichtig ist auch der Begriff Projektion: Die bestimmt im Wesentlichen das Volumen. Die Basisbreite passen wir an Ihre Messparameter an, die Projektion, also die Höhe, kann dann nach Wunsch variiert werden.

Wer natürlich aussehen möchte, für den kommt eher ein anatomisches Implantat infrage. Wer ein volles Dekolleté und einen deutlich sichtbaren Effekt will, für den wäre rund mit hoher Projektion die bessere Wahl. Vorausgesetzt, die Anatomie gibt es her.

Welche Implantatlagen gibt es, und welche ist die beste?

Dr. med. Heckel: Es gibt drei Möglichkeiten. Die Lage unter der Muskelfaszie hat sich bei uns als beste Kombination aus Stabilität, Haltbarkeit und weniger Schmerzen bewährt.

Konkret: unter der Brustdrüse, unter dem Muskel oder unter der Muskelfaszie.

In Mitteleuropa hat sich die Lage unter der Muskelfaszie durchgesetzt. Sie ist die Quintessenz aus beiden anderen: geringe Belastung, weniger Schmerzen, gute Haltbarkeit. Unter dem Muskel ist zwar sehr stabil, aber die Schmerzen danach können länger anhalten. Ohne Lokalanästhetikum sogar richtig stark. Unter der Brustdrüse allein ist die Stabilität geringer. Welche Lage für Sie die richtige ist, hängt von Ihrem Wunsch und Ihren Voraussetzungen ab.

Wie lange halten Brustimplantate? Muss ich sie irgendwann austauschen?

Dr. med. Heckel: Unsere Implantate haben alle eine lebenslange Garantie durch den Hersteller und müssen nicht automatisch ausgetauscht werden. Wichtig sind aber die jährlichen Kontrollen.

Dabei sollten Sie wissen, dass der gesetzliche Anspruch auf Schadensersatz nach 15 Jahren erlischt.

Wenn die Implantate keine Probleme machen, können Sie damit theoretisch ins Alter gehen. Allerdings sind jährliche Kontrollen beim Facharzt zwingend notwendig. Treten Probleme auf, wird natürlich ausgetauscht.

Eine der häufigsten Fragen, die mir gestellt werden, ist: „Müssen die Implantate nach 10 oder 15 Jahren ausgetauscht werden?“

Die klare Antwort: Nein, nicht automatisch. Aber die jährliche Kontrolle ist Pflicht, und dabei sind wir selbstverständlich für Sie da.

Der Eingriff

Wo sitzt der Schnitt bei einer Brustvergrößerung?

Dr. med. Heckel: In der Unterbrustfalte, und zwar so platziert, dass weder Sie noch jemand anderes die Narbe sieht.

Genauer gesagt in der neuen Unterbrustfalte, denn durch das Implantat verschiebt sich die Falte leicht nach unten. Das messen wir vorher genau aus.

Andere Zugangsmöglichkeiten, über die Achsel oder um die Brustwarze herum, sind in Spezialfällen eine Option, gehören bei uns aber nicht zum Standard.

Wie läuft ein OP-Tag ab, und wie lange dauert der Eingriff?

Dr. med. Heckel: Die OP selbst dauert etwa eine Stunde. Danach bleiben Sie 12 bis 24 Stunden unter ärztlicher Betreuung bei uns.

Ich beschreibe Ihnen gerne, wie so ein Tag bei uns abläuft. Im Vorfeld ist die Blutuntersuchung beim Hausarzt erledigt und das Gespräch mit der Narkoseabteilung geführt. Am OP-Tag kommen Sie zu uns, werden aufgenommen und bekommen Ihre Übernachtungsmöglichkeit zugewiesen. Dann spricht nochmals der Narkosearzt mit Ihnen. Anschließend zeichnen wir eine präoperative Skizze am Körper an.

Die reine Operationszeit liegt zwischen 45 und 60 Minuten, in Vollnarkose. Drainagen verwenden wir in der Regel nicht. In Spezialfällen schon, das entscheiden wir während des Eingriffs.

Danach kommen Sie in den Aufwachraum und bleiben 12 bis 24 Stunden bei uns. In der Nacht sind immer eine Nachtschwester und ein Arzt da. Wenn es zu einer Nachblutung käme, muss schnell entschieden werden, ob sofort eingegriffen wird. Deshalb die Übernachtung.

Am nächsten Tag schauen wir gemeinsam das Ergebnis an, besprechen die Verhaltensweisen nach der OP und geben Ihnen Medikamente mit. Viele Patientinnen denken vorher, sie gehen nach Hause und sind dann auf sich gestellt. Dies ist bei uns nicht der Fall.

Wie schmerzhaft ist eine Brustvergrößerung?

Dr. med. Heckel: Die meisten Patientinnen wachen dank unserer Schmerztherapie nahezu schmerzfrei auf, und das bleibt in der Regel auch so.

Ich weiß, dass das Thema Schmerzen viele Patientinnen beschäftigt. Schmerz ist individuell sehr unterschiedlich. Aber wir tun alles dafür, dass Sie so wenig wie möglich spüren.

Konkret bedeutet das: Bevor das Implantat eingesetzt wird, bringen wir ein Lokalanästhetikum in die Gewebetasche ein. Beim Einführen drückt das Implantat dieses Mittel ins Gewebe und an die Nerven. Das hält die ersten 12 bis 24 Stunden schmerzfrei. Sollte danach doch etwas kommen, haben wir Infusionen und Tabletten in Kombination bereit. Nach unseren Erfahrungen der letzten 4 bis 5 Jahre hatten wir praktisch keine Fälle, in denen nachts stärkere Schmerzmittel nötig waren.

Als guter Anhaltspunkt gilt bei uns: Sollte in den ersten 12 Stunden kein großer Schmerz entstehen, dann kommt er auch danach nicht mehr.

Einblicke in unsere Praxis

Risiken & Komplikationen

Welche Komplikationen können auftreten?

Dr. med. Heckel: Komplikationen treten extrem selten auf. Am ehesten kann es in den ersten Tagen zu einer Nachblutung oder einem Infekt kommen, beides ist jedoch gut behandelbar.

Dies kommuniziere ich Ihnen ganz offen, und es ist auch wichtig, darüber zu sprechen, denn bei jedem chirurgischen Eingriff gibt es Risiken. Die häufigste akute Komplikation ist eine Nachblutung, oder in den ersten 4 bis 5 Tagen ein Infekt mit Wundheilungsstörung. Beides ist behandelbar. Wir legen im Vorfeld höchstmögliche Sorgfalt auf die Vermeidung von Komplikationen, kommt es jedoch trotzdem zu einem Infekt, müssen Antibiotika eingenommen werden.

Erfahrungsgemäß stammt ein Infekt wider Erwarten nicht von der Operation selbst oder etwa dem Operateur, sondern in der Regel von der postoperativen Hygiene und dem Umgang mit der Wunde. Deshalb klären wir genau auf, worauf nach dem Eingriff zwingend zu achten ist.

Was ist eine Kapselfibrose?

Dr. med. Heckel: Das ist eine Spätkomplikation, bei der sich die körpereigene Hülle um das Implantat verdickt. Sie ist nicht gefährlich, kann aber irgendwann einen Austausch nötig machen.

Das klingt erstmal beunruhigend, ist es aber nicht unbedingt. Wenn ein Implantat eingesetzt wird, bildet der Körper ganz natürlich eine feine Hülle darum. Das ist normal. In manchen Fällen verdickt sich diese Kapsel aber immer weiter, bis sie Schmerzen verursacht und das Implantat deformiert. Dann muss das Implantat operativ ausgetauscht werden.

Die genaue Ursache kennt man bis heute nicht sicher. Am wahrscheinlichsten ist ein sogenannter Biofilm: Keime, die das Immunsystem zu einer Reaktion anregen, welche sich langsam aufbaut.

Eine Kapselfibrose tritt typischerweise spät auf, nach fünf, acht, zehn oder sogar fünfzehn Jahren. Je nach Studienlage liegen die Zahlen bei 10 bis 20 Prozent innerhalb von zehn Jahren. Realistisch schätze ich die Häufigkeit allerdings auf 5 bis 10 Prozent. Die Kapselfibrose an sich ist nicht gefährlich, kann aber die Optik verändern und schmerzhaft werden. Vorhersagen lässt sie sich leider nicht. Genau deshalb sind die regelmäßigen Kontrollen so wichtig.

Verändert sich die Empfindlichkeit der Brustwarzen?

Dr. med. Heckel: Vorübergehende Veränderungen kommen vor, aber in den allermeisten Fällen normalisiert sich alles innerhalb weniger Monate.

Die Bandbreite reicht von weniger Gefühl bis hin zu deutlich erhöhter Sensibilität. Das ist nicht vorhersagbar. Aber die gute Nachricht ist, dass es sich in der Regel wieder reguliert.

Gibt es eine Versicherung für Komplikationen?

Dr. med. Heckel: Ja, es gibt eine Folgekostenversicherung, die Sie direkt bei uns abschließen können. Ich lege sie jeder Patientin ans Herz.

Die Versicherung ist freiwillig, sollte aber nicht nur für ein Jahr abgeschlossen werden, sondern für mehrere Jahre. Gerade bei möglichen Spätkomplikationen wie einer Kapselfibrose macht das einen echten Unterschied.

Nachsorge & Erholung

Wie sieht die Nachsorge aus, und wie oft muss ich zur Kontrolle?

Dr. med. Heckel: Im ersten Jahr gibt es mehrere Kontrollen, danach jährlich. Zudem sind wir jederzeit erreichbar, wenn etwas sein sollte.

Der erste Termin ist der Tag der Entlassung. Da erklären wir genau, was Sie tun und was Sie lassen sollten. Die Fäden können jederzeit bei uns oder auch beim Hausarzt gezogen werden.

Die Kontrollen: nach 2 Wochen, dann nach 1, 3, 6 und 12 Monaten. Im ersten Jahr also drei bis vier Termine, danach jährlich. Ich empfehle, diese Termine auch wirklich wahrzunehmen.

Grundsätzlich stehen wir jederzeit zur Verfügung: persönlich, telefonisch oder über andere Kommunikationswege. Niemand wird nach der OP allein gelassen.

Was muss ich nach der OP beachten: Kleidung, Duschen, Narben?

Dr. med. Heckel: Sie tragen einen speziellen Kompressions-BH und dürfen ab Tag 2 bis 3 wieder duschen. Die Narben verblassen mit der Zeit, bis man sie kaum noch sieht.

Zum Kompressions-BH setzen wir ergänzend Kinesio-Tape ein, das erhöht die Stabilität nochmal deutlich.

Narben gibt es natürlich, aber in den allermeisten Fällen sind sie nach einigen Jahren kaum noch sichtbar.

Wann kann ich wieder arbeiten und Sport machen?

Dr. med. Heckel: Planen Sie 1 bis 2 Wochen Ausfallzeit ein. Sport ist frühestens nach 6 bis 8 Wochen wieder möglich, Krafttraining erst nach 3 Monaten.

Es kann keine Krankschreibung erfolgen, sondern es muss Urlaub genommen werden. Das ist bei ästhetischen Eingriffen so vorgesehen. Planen Sie das am besten frühzeitig ein.

Beim Sport: Schlagsportarten wie Tennis, Squash, Golf, Badminton, Pickleball oder Baseball, Kontaktsportarten und alles, wobei der Körper in der Luft ist, also Joggen, Reiten und Ähnliches, müssen 6 bis 8 Wochen pausieren. Der Grund ist simpel: Bei jedem Schritt wird das Implantat nach oben beschleunigt und kommt wieder herunter. Bei 3.000 Schritten auf einer kurzen Joggingrunde sind das 3.000 Mal Belastung.

Wer im Gym richtig trainiert, Brust, Bauch, Oberarme, sollte sich 3 Monate komplett zurückhalten. Ich weiß, die Versuchung ist groß, wenn es nicht mehr schmerzt. Aber das Gewebe braucht diese Zeit.

Wann sehe ich das Endergebnis?

Dr. med. Heckel: Das endgültige Ergebnis sehen Sie nach etwa 6 Monaten.

Bis dahin kann es noch Schwellungen oder leichte Asymmetrien geben. Das ist völlig normal und gehört zum Heilungsprozess. Hier braucht es etwas Geduld, aber es lohnt sich.

Spezielle Themen

Ist eine Brustvergrößerung auch mit Eigenfett möglich?

Dr. med. Heckel: Grundsätzlich ja, aber mit Einschränkungen: Mehr als 300 ml pro Seite ist schwierig, und für ein gutes Ergebnis braucht man oft bis zu 3 Sitzungen.

Die Anwachsrate von Eigenfett liegt bei etwa 80 bis 90 Prozent. Das Fett braucht eine Blutversorgung, sonst baut der Körper es wieder ab. Viele denken, man nimmt das Fett irgendwo, bringt es rein und alles ist gut. So einfach ist es leider nicht.

Seriös gemacht braucht man oft bis zu 3 Sitzungen im Abstand von jeweils 6 Monaten. Es gibt zwar Anbieter, die pro Seite 800 ml auf einmal einbringen, das sieht am Anfang toll aus, ist aber nach einem Jahr oft wieder weg.

Außerdem braucht die Patientin ausreichend Fettreserven. Es kommen auch sehr schlanke Patientinnen, und da fragt man sich: „Wo soll das Fett herkommen?“

Eigenfett funktioniert sehr gut als Ergänzung bei Implantaten, etwa wenn das Gewebe sehr dünn ist, um Dellen auszugleichen oder Gewebedefekte zu verbessern. Es ist auch eine Option für Patientinnen, die Implantate nicht vertragen oder Probleme damit hatten und kein neues Implantat möchten. Und ein Nebeneffekt, der viele freut: Man bekommt gleichzeitig eine Fettabsaugung an einer gewünschten Körperstelle.

Was ist bei unterschiedlich großen Brüsten möglich?

Dr. med. Heckel: In den allermeisten Fällen können wir ein deutlich symmetrischeres Ergebnis erreichen. Bei medizinischer Indikation ist auch eine Kostenübernahme durch die Kasse möglich.

Viele Frauen leiden unter diesem Thema, und ich möchte Ihnen Mut machen: 100 Prozent identische Brüste sind nie ganz erreichbar, aber wir können das Ergebnis in den allermeisten Fällen deutlich verbessern und naturalisieren. Dafür setzen wir unterschiedlich große Implantate und verschiedene Projektionen ein. Oft muss auch das brustumgebende Gewebe angepasst werden, durch Straffung, Wegnahme oder Umverteilung.

Bei stark unterschiedlichen Brustgrößen mit medizinischer Indikation braucht es Beurteilungen von mehreren Ärzten, um entsprechende Anträge bei der Krankenkasse zu stellen. Dabei unterstützen wir Sie gerne.

Unsere Praxis

Wie viel Erfahrung haben Sie, und wie ist die Praxis ausgestattet?

Dr. med. Heckel: Wir führen jährlich 200 bis 250 Brustvergrößerungen durch, und unsere Patientinnen können bis zu 24 Stunden bei uns nachbeobachtet werden.

Das sind fast täglich 2 bis 3 Eingriffe, und diese Routine kommt jeder einzelnen Patientin zugute. Die Narkose übernehmen externe Fachärzte für Anästhesie, eine große Gemeinschaftspraxis aus dem Nürnberger Raum, die zu uns kommt und die Vollnarkose durchführt.

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